Orthoptik - Fragen und Antworten zum Thema Schielen und Sehschwäche

In unserer Sehschule kümmern wir uns um die Belange der Kleinsten.
Eine speziell ausgebildete Orthoptistin untersucht Fehlsichtigkeiten, Schielen und neuroophthalmologische Erkrankungen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

Vorsorgeuntersuchung
Auffälligkeiten und Alarmzeichen
Was ist Schielen?
Wie entsteht Schielen?
Welche Schielformen gibt es?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Welche Folgen kann Schielen haben, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird?
Was versteht man unter einer Sehschwäche?
Wie wird sie behandelt?
Kleines Lexikon der Augenheilkunde und Schielheilkunde

Orthoptistin:

Staatlich anerkannte Fachkraft zur Erkennung und Behandlung von Sehschwächen, Schielerkrankungen und Augenbewegungsstörungen.

Vorsorgeuntersuchung:

Kinder sollten möglichst bis zum 2. Lebensjahr erstmalig untersucht werden, falls vorher keine Auffälligkeiten bestehen.
Sehschwächen können schon bei Säuglingen und Kleinkindern durch spezielle nonverbale Teste festgestellt werden.

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Auffälligkeiten und Alarmzeichen

  • Schielen
  • Lidfehlstellungen
  • Kopfschiefhaltung
  • Kopfschmerzen
  • Lesestörungen / Leseunlust
  • Konzentrationsprobleme
  • Blinzeln, Zwinkern, Zukneifen
  • Doppelbilder
  • Vorbeigreifen
  • Augenzittern
  • Vorkommen von Schielen /Brillenträgern in der Familie
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    Was ist Schielen?

    Als Schielen bezeichnet man eine beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellung eines oder beider Augen. Das Ausmaß und die Richtung der Schielstellung können sehr unterschiedlich sein.

    Übrigens: Bis zum 6.Lebensmonat ist zeitweiliges Schielen völlig altersentsprechend, da in dieser sensitiven Phase die Zusammenarbeit beider Augen entsteht. Jede Schielform, die nach dem 6.Lebensmonat auffällt, sollte unbedingt in einer Augenarztpraxis abgeklärt werden.

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    Wie entsteht Schielen?

    Schielen hat viele Ursachen, die im Einzelnen jedoch noch nicht bekannt sind. Man kann auf eine erbliche Veranlagung schließen, da Schielen in manchen Familien gehäuft auftritt. Ist in der Familie Schielen bekannt, sollte das Kind schon im Alter von 6-12 Monaten dem Augenarzt und Orthoptistin vorgestellt werden.
    Auch Risikofaktoren während der Schwangerschaft oder Geburt können Schielen bewirken.
    Seltener ist das eher plötzliche Auftreten nach Kinderkrankheiten, hohem Fieber und nach Unfällen.
    Jede akute Fehlstellung der Augen muss umgehend augenärztlich abgeklärt werden.

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    Welche Schielformen gibt es?

    Man muss generell 3 Arten von Schielen unterscheiden:

    Manifester Strabismus:
    Ist eine Fehlstellung ständig vorhanden, spricht man von manifestem (sichtbaren) Schielen. Meistens ist der Schielwinkel auffällig und somit für Eltern und Erzieherinnen erkennbar.

    Mikrostrabismus:
    Eine Sonderform nimmt der Mikrostrabismus ein. Der konstant vorhandene Schielwinkel ist so klein, dass er von Eltern und auch medizinischem Fachpersonal häufig nicht bemerkt wird. Meist bleibt diese Schielform lange Zeit unentdeckt, so dass am schielenden Auge oft eine hochgradige Sehschwäche entsteht.

    Latentes Schielen:
    Sogenanntes latentes (verstecktes) Schielen, auch Heterophorie genannt, besteht bei 80% aller Menschen und lässt sich erst durch Unterbrechung des beidäugigen Sehens nachweisen. In der Regel verursacht die Fehlstellung keine Beschwerden. Sollten Kopfschmerzen, Leseprobleme, Verschwommensehen oder Doppelbilder auftreten, muss eine Therapie erfolgen.

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    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Grundlegend müssen folgende Behandlungsschritte bei der Schielbehandlung erfolgen:

  • Verordnung von Brillengläsern, um einen Brechungsfehler zu korrigieren.
  • Behandlung der Sehschwäche durch eine Abdeckbehandlung mit Augenpflastern.
  • Ausgleich des Schielwinkels mit Prismengläsern bei kleinen, versteckten Schielwinkeln, die zu Beschwerden führen (z.B. Doppelbilder).
  • Operative Korrektur des Schielwinkels durch Umlagerung der Augenmuskeln bei größeren Schielwinkeln.
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    Welche Folgen kann Schielen haben, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird?

    Wird Schielen zu spät erkannt oder behandelt, kann eine starke Sehschwäche entstehen, die nach dem ca. 9. Lebensjahr nicht mehr therapiert werden kann und somit lebenslang bestehen bleibt.
    Mögliche Folgen sind Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Lesestörungen, sowie Beeinträchtigungen beim Fahrradfahren, Spielen und bei Ballsportarten. Später können Probleme beim Erwerb des Führerscheins oder bei der Berufswahl auftreten.

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    Was versteht man unter einer Sehschwäche?

    Als Sehschwäche bezeichnet man eine verminderte Sehschärfe eines oder beider Augen trotz richtiger Brille. Das organisch eigentlich gesunde Auge lernt aufgrund unterschiedlicher Ursachen nicht richtig sehen.
    Die häufigsten Ursachen, die zu einer funktionellen Sehschwäche führen können sind: Kurz – und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Schielen, Augenzittern und jegliche Art von Verlegung der optischen Achse (z.B. angeborener grauer Star, hängendes Augenlid).

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    Wie wird sie behandelt?

    Nach Verordnung einer Brille muss eine Abdeckbehandlung mit Augenpflastern erfolgen. Das gut sehende Auge wird mit einem Pflaster abgedeckt, um das sehschwache Auge zu trainieren. Die Dauer der Behandlung wird von ihrem Augenarzt und/oder Orthoptistin festgelegt und dem Behandlungserfolg angepasst.
    Generell gilt: Je früher mit der Behandlung begonnen wird und je konsequenter sie durchgeführt wird, desto größer ist der Behandlungserfolg und somit die Verbesserung der Sehschärfe!

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