Kleines Lexikon der Augenheilkunde und Schielheilkunde (Orthoptik)

Akkommodation:
Fähigkeit des Auges, sich auf unterschiedliche Distanzen anzupassen, so dass in jeder Entfernung ein scharfes Bild wahrgenommen werden kann. („ Zoomoptik“ des Auges)

Amblyopie:
Eine Sehschwäche besteht, wenn ein oder auch beide Augen trotz richtiger Brille nicht die vollständige Sehschärfe erreichen.

Asthenopie:
Störungen des Sehens und des Allgemeinbefindens, aufgrund einer gestörten Zusammenarbeit beider Augen. Als Symptome werden beschrieben: Unscharfsehen, Doppeltsehen, Kopfschmerzen, Augentränen, gerötete oder „müde“ Augen.

Astigmatismus:
Als Stabsichtigkeit bezeichnet man einen unterschiedlichen Brechwert der Hornhaut/Linse. Die Folge ist Unscharfsehen in jeder Distanz.

Doppelbilder/Diplopie:
Entstehung durch Abweichung der Sehachse eines Auges vom Fixierobjekt. Ursächlich dafür können z.B. nicht sichtbare Schielwinkel oder Augenmuskellähmungen sein.

Heterophorie:
Latentes Schielen (d.h. spontan nicht sichtbar), das bei beidäugigem Sehen durch die Fusion (= Verschmelzungsmechanismus des Gehirns) ausgeglichen werden kann. Bei 80% der Bevölkerung besteht eine Heterophorie ohne jegliche Beschwerden. Nur bei ca. 10% aller Patienten mit latentem Schielen entstehen Beschwerden, die behandelt werden sollten.

Hyperopie:
Eine Art der Fehlsichtigkeit (Weitsichtigkeit), bei der aufgrund eines zu kurzen Augapfels ein unscharfes Netzhautbild entsteht. Man sieht meistens in der Nähe unscharf. Häufig sind Kopfschmerzen das erste Anzeichen für eine Weitsichtigkeit.

Myopie:
Eine Art der Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit), bei der aufgrund eines zu langen Augapfels ein unscharfes Netzhautbild entsteht. Man bemerkt zuerst Unscharfsehen im Fernbereich.

Nystagmus:
Augenzittern, das entweder als angeborene oder erworbene Form vorkommt. Beide Augen können nicht ruhig fixieren, sondern bewegen sich kontinuierlich. Man unterscheidet nach der Art und Richtung der Bewegung in Pendel,- oder Rucknystagmus.

Okklusionsbehandlung:
Zeitweiliges Abkleben eines Auges mit einem speziellen Augenpflaster, um das sehschwache Auge zu aktivieren und somit die Sehschärfe zu verbessern.

Prismentherapie/Prismenbrille:
Therapie zur Korrektur von Doppelbildern und Behandlung von latenten oder kleinen Schielwinkeln. Prismen können in Form einer Folie oder als Glas verordnet werden. Der Verordnung einer Prismenkorrektur sollte unbedingt eine Untersuchung des beidäugigen Sehens durch eine Orthoptistin oder einen Augenarzt vorangehen.

Ptosis:
Herabhängen eines oder beider Oberlider. Kann als angeborene oder erworbene Form auftreten.

Schieloperation:
Operative Korrektur einer Schielstellung durch Verlagerung der Augenmuskeln.

Skiaskopie:
Objektive Methode zur Brechkraftbestimmung des Auges bei Säuglingen und Kleinkindern. Diese Untersuchung kann schon ab dem 6. Lebensmonat durchgeführt werden, wodurch eine frühe Erkennung von Fehlsichtigkeiten möglich ist.

Stereosehen/Binokularsehen:
Bezeichnung für das beidäugige Sehen und somit die räumliche Sehfunktion der Augen. Die Güte des Binokularsehens kann qualitativ unterschiedlich hoch sein.

Strabismus / Schielen:
Fehlstellung eines Auges bei Fixation eines Gegenstandes. Das nichtfixierende Auge kann in verschiedene Richtungen abweichen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schielformen, wie z.B. Einwärtsschielen, Auswärtsschielen und Höhenschielen.

Visus / Sehschärfe:
Auflösungs - oder Sehvermögen mit optimaler Brillen - oder Kontaktlinsenkorrektur. Zur Bestimmung des Sehvermögens werden bei Erwachsenen im allgemeinen Zahlen oder Buchstaben verwendet.
Für Kinder im Vorschulalter gibt es Sehteste mit kindgerechten Bildern.

„Winkelfehlsichtigkeit“:
Ein Begriff, der hauptsächlich von Augenoptikern benutzt wird und in der Augenheilkunde kein medizinisches Krankheitsbild darstellt. Das Verfahren zur Feststellung von „Winkelfehlsichtigkeit“, die MKH – Methode (Mess-Korrektionsmethode nach Haase) ist umstritten.
Häufig wird bei Schulkindern mit Lese - und Rechtschreibproblemen, Legasthenie oder Konzentrationsstörungen eine „Winkelfehlsichtigkeit“ festgestellt und mit einer meist unnötigen Prismenbrille behandelt.
Generell sollten Prismengläser nur von Augenärzten und Orthoptistinnen nach einer ausführlichen Untersuchung mit Abklärung des Binokularsehens verordnet werden.

Zykloplegie:
Bewusstes Ausschalten der Naheinstellungsfähigkeit der Augen und Pupillenerweiterung durch Gabe von Augentropfen. Um bei Kindern, Jugendlichen und evtl. auch jungen Erwachsenen mit starker Akkomodation eine richtige Brillenbestimmung durchführen zu können, wird die Messung der objektiven Refraktion und Bestimmung der Gläserstärke nach Gabe dieser Augentropfen notwendig.


Weitere Informationen zu Krankheitsbildern können Sie unter folgenden Adressen erhalten:

Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. www.augeninfo.de
Berufsverband der Orthoptistinnen Deutschlands e.V. www.orthoptistinnen.de